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Trends & innovaties

„Sehen Sie Sonnenschutz bei Fenstern in Richtung Osten, Süden und Westen als Standard vor.“

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Professor Shady Attia
Bauingenieur, Architekt und Professor für
nachhaltige Architektur
an der Universität Lüttich

 

Professor Shady Attia

 

Wurde es in Ihrem Heim auch so warm im vergangenen Sommer? Professor Shady Attia der Universität Lüttich warnt vor dramatischen Zuständen, er bietet aber auch Lösungen an.

 

Shady Attia ist Bauingenieur, Architekt und Professor für nachhaltige Architektur an der Universität Lüttich. Sein Ziel und seine Ambition sind es, dafür zu sorgen, dass belgische Wohngebäude geplant oder angepasst werden, um dem Klimawandel standzuhalten, dessen erste Anzeichen – die immer häufigeren und längeren Hitzewellen – wir bereits erleben.
 

„Wir kämpfen mit einigen Problemen, die gemeinsam einen gefährlichen Cocktail bilden“, stellt Professor Attia fest. „Neben den Hitzewellen ist es in Belgien im Vergleich zu früher im Sommer viel weniger bewölkt. Die zunehmende Hitze und der direkte Sonnenschein verstärken den Hitzeinsel-Effekt in den Städten. Hier kann die Temperatur im Sommer durch zu viel Asphalt und Beton und zu wenig Grün und Wasser mehr als 10 °C im Vergleich zu früher betragen. Außerdem sind die aktuellen Bauvorschriften vor allem auf den Winter ausgerichtet: Wir bauen luftdicht, superisoliert und mit großen Fenstern.“
 

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„Die Folgen dieses Cocktails sind dramatisch und in einigen Fällen sogar tödlich“, sagt Professor Attia. „Langfristige Hitzewellen führen zu Schlafproblemen, durch Hitze ausgelösten Krankheiten wie Austrocknung, Erschöpfung und Hitzeschlag. In der Bevölkerungsgruppe zwischen 65 und 84 Jahren stellte Sciensano nach dem Sommer 2019 eine Übersterblichkeit von 700 Toten fest.“

Sonnenschutz

Shady Attia vollendet gegenwärtig eine Studie, für die als repräsentative Probe 1.300 Hausbesitzer in ganz Belgien befragt wurden. „Ehrlich gesagt haben mich die Ergebnisse erschreckt“, sagt er. „Fast eines von fünf Wohngebäuden verfügt inzwischen über eine Klimaanlage. Ich habe zwar nichts gegen eine Klimaanlage oder einen Pool als zusätzliche Kühlung, ich finde es aber vernünftiger und effizienter, zuerst einen Außensonnenschutz zu installieren. Natürliche Kühlung durch Außensonnenschutz sollte an erster Stelle stehen. So sorgt man dafür, dass das Sonnenlicht nicht in die Wohnung dringt. Wenn es doch noch zu warm ist, sollten Sie sich für ausreichende Lüftung entscheiden. Eine Klimaanlage ohne Sonnenschutz ist angesichts der Gesamtkosten, einschließlich der Umweltbelastung, eigentlich keine gute Lösung: Der Energieverbrauch ist enorm und nur die Symptome werden bekämpft, während Außensonnenschutz das Problem an der Wurzel anpackt.“ Attia fährt fort: „Außerdem bringen Sie mit Sonnenschutz mehr Lebensqualität in Ihr Heim: Natürliche Kühlung ist eine ästhetische und „menschlichere“ Erfahrung als die künstliche Kühlung einer Klimaanlage. Mit Tuchsonnenschutz können Sie die Fenster aufmachen und Ihre Privatsphäre mehr genießen. Rollläden sorgen außerdem für einen höheren akustischen Komfort und einen besseren Einbrecherschutz.“
 

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Sensibilisierung

Die Sensibilisierung der an einem Umbau beteiligten Personen ist ein erster Schritt in diesem Prozess. Professor Attia erwartet aber auch einen Mentalitätswandel bei Behörden und Architekten. „Privatwohnungen verursachen gegenwärtig 15 % der Treibhausgase in Belgien. Durch unsere Bauverfahren wird dieser Energieverbrauch in Zukunft nicht wegfallen, sondern besteht die Gefahr, dass sich dieser Verbrauch vom Winter zum Sommer verschiebt. Ein belastbares, „flexibles“ Haus kann sich mit natürlicher Kühlung selbst kühlen, auch bei einem Stromausfall. Mit einer Klimaanlage ist das nicht möglich. Wir werden unsere Häuser also anders planen müssen. Bei Fenstern in Richtung Osten, Süden und Westen sollte Außensonnenschutz als Standard vorgesehen werden. In einer idealen Welt stellt die Anpassung an die globale Erwärmung einen wesentlichen Bestandteil bei der Planung von Gebäuden dar. Auch die Modelle der Energieleistungs- und Raumklimavorschriften müssen sich weiterentwickeln und viel dynamischer werden. So können wir CO2-neutrale Wohngebäude schaffen, auch im Sommer.“

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